Sie sind aus dem Vereinsleben der Kreisstadt nicht weg zu denken und feiern heuer ihren 100. Geburtstag: Die „Grubentauber Schützen e.V.“ haben dieses stolze Alter erreicht, das sie aber in keiner Weise belastet, denn sie sind ein junger, aktiver und attraktiver Verein geblieben. Vom 22. bis 24. Juli feiern sie ihr Gründungsfest.

Wenn ein Verein auf eine so lange Zeit zurückblicken kann, dann sollte man die wichtigsten Daten und Ereignisse dieser hundert Jahre kennen. In ihrer lesenswerten Festschrift haben die Grubentauber ihre Geschichte in einer umfangreichen Chronik festgehalten:

Mit der „Schützengesellschaft Ainbach“ hat es vermutlich schon vor den Grubentaubern einen Schützenverein gegeben. Aus dem Jahre 1908/1909 stammt ein im Schützenheim der Grubentauber in einem Bilderrahmen ausgehängtes gefasstes Dokument, in dem die damaligen Mitglieder dieser Schützengemeinschaft verzeichnet sind. Vermutlich mit Beginn des 1. Weltkrieges dürfte sich dieser Verein aufgelöst haben.

Im Jahre 1911 wurde im Gasthaus „Kellerwirt“ in Steffelsöd unter Schützenmeister Jakob Attenberger aus Taubengrub der Schützenverein Grubentauber gegründet. Eine Vielzahl von Aktivitäten im sportlichen und gesellschaftlichen Bereich prägte das Vereinsleben von Anfang an und selbst in den Kriegsjahren1914 – 1918, sowie1939 – 1945 gelang es, den Verein am Leben zu erhalten.

Nach dem Einmarsch der Amerikaner im Jahr 1945 wurden die Gewehre aller Schützenvereine eingezogen, wodurch zwangsweise jegliche Vereinsaktivität zum Erliegen kam.

Erst um 1950 wurde das Schießen – natürlich nur als Sport – wieder erlaubt. Die Gewehre waren damals sogenannte „Knicker“. Es wurde auf zwei Ständen geschossen und zwar durch die Gaststube – an den Gästen vorbei – ins Nebenzimmer. Die Treffer wurden durch den „Zieler“ angezeigt.

Nach der Erweiterung der Gasträume beim Kellerwirt im Jahre 1960 konnte der Schützenverein seine Schießanlage auf sechs Stände erweitern. Dabei wurden erstmals Seilzuganlagen mit Handbetrieb angeschafft. Unter Vorstand Emil Spinn wurde der „Schützenverein Grubentauber Steffelsöd“ Mitglied beim Schützengau Rottal und beim Bayerischen Sportschützenbund. Spinn legte 1966 aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nieder und der unvergessene Josef Sommerstorfer übernahm die Geschicke des Vereins.

Von 1911 bis 1975 war der Kellerwirt in Steffelsöd Herberge des Schützenvereins. Nach dem Tod des Herbergsvaters Paul Brummer im Jahre 1973 musste der Verein am 13.08.1975 erleben, dass – ohne Vorankündigung – sein gesamtes Inventar durch den neuen Pächter aus der Gastwirtschaft entfernt wurde. Nur den gutnachbarlichen Beziehungen zu den KK-Schützen Pfarrkirchen war es zu verdanken, dass der Schießbetrieb beim Kirchenwirt aufrechterhalten werden konnte.

Bei der Generalversammlung 1976 fasste die Mitgliederversammlung den Beschluss, ein eigenes Schützenhaus zu bauen, sich eine Satzung zu geben und den Verein in das Vereinsregister eintragen zu lassen. Seitdem ist der Verein als gemeinnützig anerkannt und trägt seinen heutigen Namen „Schützengesellschaft Grubentauber e.V., Sitz Kugelstatt“.

Die großzügige Spende des Bauplatzes durch den ersten Schützenmeister Josef Sommerstorfer machte es möglich, dass die Mitglieder in 9500 Arbeitsstunden das Schützenhaus in Eigenregie erstellen konnten. Seitdem verfügt die Schützengesellschaft über eine moderne Schießanlage mit zehn Ständen für Luftgewehr bzw. Luftpistole und eine kleine Gastwirtschaft.

Aufgrund der guten Ausstattung der Schießanlage konnte die Schützengesellschaft 1982 das Landkreispokalschießen und 1984 das Gauschießen ausrichten. Seit dem Jahre 1964 tragen die Grubentauber jährlich ein Königsschießen aus und seit 1979 veranstaltet der Verein im Juli bzw. August sein traditionelles Waldfest beim Schützenhaus.

Mit dem Bau von zwei Stockschießbahnen erweiterten die Grubentauber im Jahre 1993 ihre sportlichen Aktivitäten um eine weitere Sparte. Beim Bau zeigte sich erneut der Gemeinschaftssinn der Mitglieder, die die Stockschießbahn fast ausschließlich in Eigenleistung errichteten.

Im Jahr 1995 wurde zu den bereits vorhandenen Sportstätten noch eine automatische Kegelbahn – natürlich wieder in Eigenleistung – hinzugefügt.

Einen schmerzlichen Verlust musste der Schützenverein am 11. Dezember 1997 erleiden: Der unermüdliche Schützenmeister Josef Sommerstorfer verstarb plötzlich und unerwartet. In seine großen Fußstapfen wagte sich Hermann Wild, der das Amt des 1. Schützenmeisters im Jahre 2002 an den seit dieser Zeit amtierenden Franz Pfeffereder übergab.

Heute haben die Grubentauber mehr als 170 Mitglieder und können sich trotz allgemein zurückgehender Mitgliederzahlen alljährlich über einen Zuwachs freuen. Sie zählen so zu den mitgliederstärksten Vereinen im Schützengau.

Im Schützenhaus stehen insgesamt zwölf Schießstände (davon zwei elektronisch) für Luftgewehr oder Luftpistole und zusätzlich zwei Stände für Lichtgewehr zur Verfügung.

Die Schützengesellschaft nimmt aktuell mit insgesamt 14 Mannschaften an der Gaurunde teil. Sie stellt damit mehr Mannschaften im Sportbetrieb des Schützengaus Rottal als jeder andere der insgesamt 47 Mitgliedsvereine. Hohen Stellenwert hat bei den Grubentaubern die Jugendarbeit und man ist stolz auf die rund 50 Jungschützen, die mit drei Jugend- und vier Schülermannschaften an den sportlichen Wettbewerben teilnehmen.

Die Feierlichkeiten zum Jubiläum beginnen am Freitag, 22. Juli, ab 20.00 Uhr mit einer Zeltdisco.

Am Samstag ist nach dem Totengedenken um 19.30 Uhr Festabend mit Ehrungen im Festzelt.

Der Empfang der Ehrengäste und Vereine mit einem Weißwurstfrühstück ist am Sonntag ab 8.00 Uhr, die Aufstellung zum Festzug um 9.30 Uhr, der Festgottesdienst beginnt um 10.00 Uhr. Um 12.00 Uhr ist das gemeinsame Mittagessen mit Verteilung der Erinnerungsgeschenke.