Die Bachschützen Degernbach werden der Patenverein  der Grubentauberschützen

für das bevorstehende 100-jährige Gründungsfest

 

Die Schützengesellschaft Grubentauber aus Steffelsöd schafft die letzte Hürde auf dem Weg zu ihrem 100-jährigen Gründungsfest, das vom 22. bis 24. Juli beim Schützenhaus in Kuglstatt gefeiert wird.

Am Abend des 30. April  versammelten sich zahlreiche Vereinsmitglieder der Grubentauber in Reichenberg auf dem Platz vor dem Feuerwehrhaus. Zweck dieser Zusammenkunft war eine „Wallfahrt“ zum Schützenhaus der Bachschützen aus Degernbach. Nach einer kurzen Generalprobe der gemeinsam mit dem Schirmherrn, Hr. Bürgermeister Georg Riedl einstudierten Lieder formierte sich der Zug der festlich gekleideten Schützen.

An der Spitze marschierte neben dem Pfarrkirchener Rathauschef und dem Festausschuss, der Fahnenjunker Michael Schnell mit einer provisorischen Fahne (die eigentliche Schützenfahne befand sich noch zur Restaurierung in der Fahnenstickerei und wurde erst am Montag den 2. Mai ins Schützenheim eingeholt) und einige Buben mit einem Leiterwagen auf dem ein Fass Gässl-Bier mitgeführt wurde.

Herzlich wurde der Grubentauberwallfahrtszug von ihren Degernbacher Schützenbrüdern und –Schwestern empfangen. Nachdem der Jubelverein Fürbitten vorgetragen und mit einem Ständchen musikalisch den Zweck des Ausflugs erläutert hatten, gewährten ihnen die Bachschützen- allen voran deren 1. Schützenmeister Franz Semmler, Einlaß in ihr schönes Schützenheim. Der Schirmherr Georg Riedl- als der unter den anwesenden Personen wohl dazu am Prädestinierteste- durfte das mitgebrachte Bierfass anzapfen. Nur zwei gekonnte Schläge genügten ihm, und voller Elan befüllte er umgehend die ersten Maßkrüge.

Nachdem der erste Durst gestillt war, brachte das Oberhaupt der Gastgeber, Franz Semmler ein Vorkommnis aus dem Jahre 1993 zur Sprache: Damals wählten sie die Grubentauberschützen als Patenverein zum 20- jährigen Gründungsfest aus. Doch diese ließen sich von der Bachschützen-Führungsriege wohl ziemlich lange bitten. Angesichts dessen, waren heute die Degernbacher nicht  ohne Weiteres bereit, die Patenschaft zu übernehmen und schleppten sogleich ein gefährlich zugespitztes Holzscheit in die Gaststube.

Der 1. Schützenmeister Franz Pfeffereder, 2. Schützenmeister Josef Niedermeier, der Fahnenjunker Michael Schnell von den Grubentaubern, und auch der Schirmherr wurden aufgefordert vor dem Scheit Position einzunehmen. Festmutter Brigitte Stöbig griff ein und versuchte mit einem lustig vorgetragenen Vers den Herren das Knien auf dem Scheit doch noch zu ersparen, holte sich sogar  Patenbraut Sandra Aderbauer zur  Unterstützung, aber vergebens.

Einzig eine „Schutzleiste“ wurde der Steffelsöder-Führungsriege zur Abmilderung zugestanden, diese musste jedoch zuerst durch Bestehen einer Probe verdient werden. Nun hieß es dann letztendlich doch auf dem Scheit knien. Nach einem Vers von Bürgermeister Riedl wurde das Bitten erhört, und die Bachschützen stellten sich als Patenverein zur Verfügung. Als Dankeschön überreichte der Jubelverein eine Schützenscheibe, die das Schützenhaus in Kuglstatt zeigt.

Anschließend wurde den anwesenden Schützen beider Vereine Rinderbraten mit Spätzle und Salat zur Stärkung aufgetragen. Die Mahlzeit wurde, wie bereits von ähnlichen Veranstaltungen gewohnt, durch Kutscher Fritz mit seiner Steirischen auf unterhaltsame Weise umrahmt.

Frisch gestärkt begrüßte der 1. Schützenmeister der Gastgeber die einzelnen Festdamen der Grubentauber persönlich mit einem Blumenbouquet und einem Küsschen, das zur Erinnerung an  dieses einmalige Ereignis jeweils per Foto  festgehalten wurde.

Daß einem Manches im Leben durch himmlische Vorsehung bereits bei der Geburt in die Wiege gelegt wird, zeigte ein von den Degernbachern  aufgeführter Sketch. Nach der Erklärung, wie ein neuer Mensch unter Aufsicht des „Himmelvaters“- streng nach Bauplan- hergestellt, und mit den passenden Eigenschaften für das Amt der  Patenbraut bei den Grubentauberschützen ausgestattet wird, stellte sich nach einem Zeitsprung, der via EDV eingeleitet wurde heraus, dass dieser Prozess nicht ganz pannensicher ist, und zu einem ganz unerwartetem Ergebnis führen kann.

Die so entstandene Patenbraut hätte sich zwar ohne Vorleistungen für dieses repräsentative Amt zur Verfügung gestellt, doch entsprach sie nicht so ganz den Erwartungen des Jubelvereins. Also musste eiligst eine neue geeignete Kandidatin ausgesucht werden. Mit Isabella Zollner schien diese gefunden, doch stellte sie Forderungen die natürlich sofort erfüllt wurden, woraufhin die Junge Dame dem Verein ihr Jawort gab. Als Dank erhielt sie ebenfalls ein Blumenbouquet.

„Nun sind wir komplett“ stellte 1. Bürgermeister Georg Riedl in seiner abschließenden Rede fest, und wünschte allen Beteiligten gutes Gelingen und  eine frohe Zeit bis zum Fest.

Bei Kaffee und einem von den Steffelsöder Festdamen gestifteten Kuchenbuffet fand der offizielle Teil der Veranstaltung seinen Ausklang.  Doch mit guter Laune wegen des erfolgreichen Verlaufs des Abends und in  geselliger Stimmung wurde die neuerliche Verbundenheit beider Schützenvereine noch bis in die Nacht gefeiert.