Eine rundum gelungene Feier war das 100-jährige Jubiläum der „Grubentauber Schützen Kugelstatt“ am vergangenen Wochenende. Wie bei vielen Gelegenheiten in der Vergangenheit zeigte sich auch dabei die große Verbundenheit im Verein, hatten doch vom 1. Schützenmeister Franz Pfeffereder bis zum letzten Mitglied alle zum Gelingen des Jubiläumsfestes beigetragen. Sie alle konnten sich über die prächtig restaurierte Fahne freuen, die beim Festgottesdienst am Sonntag die kirchliche Weihe erhielt.

Dabei war der Auftakt für die Grubentauber und die knapp 60 teilnehmenden Vereine alles andere als verheißungsvoll: Pünktlich zum vorgesehenen Beginn des Festzuges setzte so heftiger Regen ein, dass man zunächst auf den Festzug verzichtete und den im Bauhof des Landkreises aufgebauten Altar in aller Eile im Zelt aufbaute. Der überraschend einsetzenden Wetterbesserung war es zu verdanken, dass der Festzug in verkürzter Form vor allem zur Freude der Festdamen doch noch durchgeführt werden konnte.

Bemerkenswerte Ruhe herrschte im Zelt bei dem von Stadtpfarrer Hans Eder und Pfarrer Dr. Benjamin Eze zelebrierten Festgottesdienst. Für dieses disziplinierte Verhalten dankte Eder den vielen Besuchern ebenso herzlich wie der Gruppe „Arche Noah“ unter Leitung von Fred Erdreich aus Tann, die den Gottesdienst – so Eder – „phantastisch gestaltet hat.“

Den kirchlichen Segen erteilte Stadtpfarrer Hans Eder

der restaurierten Fahne der Grubentauber. Die Fahnenjunker Jens Janetzko (von links), Michael Schnell und Andreas Pichlmeier sind stolz auf „ihre“ Fahne.

Beim Gottesdienst wurde auch die restaurierte Fahne geweiht, ebenso die Fahnenbänder, die von Festmutter Gitti Stöbig, Festbraut Roswitha Heitzinger, die Patenbräute Sandra Aderbauer (Grubentauber) und Isabella Zollner (Bachschützen) und Trauermutter Anni Bichlmeier mit wohl formulierten Prologen an die Fahne hefteten. Mit Beifall wurde der Prolog der „Taferlbuam“ Jonas Reiter und Gabriel Edmaier bedacht.

Ausgesprochen kurz hielten sich die folgenden Festredner. Schützenmeister Franz Pfeffereder erinnerte an einige markante Daten in der Geschichte des Vereins, Schirmherr und Bürgermeister lobte die Entscheidung, den Festzug doch noch durchzuführen und Heinrich Aigner sprach für den Bezirksverband der niederbayerischen Schützen. Landrätin Bruni Mayer sah ein „großartiges Jubiläum und ein unendliches Engagement“ der Grubentauber in den vergangenen 100 Jahren. Die Grüße des Schützengaus überbrachte Andreas Strasser.

Den Einstieg in die Feierlichkeiten war am Freitag eine gut besuchte und stimmungsvolle Zeltdisco mit der Lifeband „Highlife“, die vor allem der Jugend vorbehalten war.

–> siehe lt. Anhang Festprogramm am Samstag

Der Auftakt zur eigentlichen 100-Jahr-Feier am Samstag galt dem Gedenken jener, die am Aufbau der Grubentauber Schützen maßgeblich beteiligt waren und die nun nicht mehr unter den Lebenden weilen.

Stadtpfarrer Hans Eder hielt die Gedenkandacht, Trauermutter Anni Bichlmeier verlas die Namen der seit der 60-Jahr-Feier 1971 Verstorbenen: Exakt 40 Mitglieder sind es, die in den vergangenen 40 Jahren verstorben sind – für jeden einzelnen von ihnen entzündeten zwei Jungschützen eine auf einem Kreuz angebrachte Kerze.

Beim anschließenden Festabend gab es zunächst eine Überraschung: Gitti Stöbig machte sich zur Sprecherin der Festdamen und dankte Schützenmeister Franz Pfeffereder, seinem Stellvertreter Josef Niedermeier und Marianne Zwiefelhofer für ihren monatelangen Einsatz bei der Organisation des Jubiläums – ein Dank, der von Pfeffereder uneingeschränkt zurück gegeben wurde:

„Es war ein wunderbares Zusammenarbeiten mit dem Festausschuss und den Festdamen und die vielen Nächte, die wir uns um die Ohren geschlagen haben, waren nicht umsonst.“ Pfeffereder vergaß nicht, für die Einsatzbereitschaft aller Mitglieder zu danken.

 

Blumen gab es (von links) Ursula Grill und Luise Sommerstorfer (beide 1971 Patenbraut bzw. Fahnenmutter), Festmutter Gitti Stöbig, Trauermutter Anni Bichlmeier,

Festbraut Roswitha Heitzinger, Patenbraut Sandra Aderbauer

und für Patenbraut Isabella Zollner vom Patenverein Bachschützen.

Die Blumen hatte ihnen Schützenmeister Franz Pfeffereder (rechts) überreicht.

–> siehe lt. Anhang Festprogramm am Sonntag
Bürgermeister und Schirmherr Georg Riedl gratulierte im Namen der Stadt und des Stadtrats und lobte den „familiären Zusammenhalt“ bei den Grubentaubern, ging kurz auf einige Daten der Chronik ein und freute sich über die positive Mitgliederentwicklung des Vereins, die vorbildhaft ist. „Ihr habt Kinder und Jugendliche auf- und angenommen, sie gehören zu euch und sie sind eure Zukunft.“

–> siehe lt. Anhang Grußworte von Bürgermeister Riedl

Auch Gauschützenmeister Heinrich Aigner erinnerte an die Historie der Grubentauber mit regionalen und überregionalen Schießveranstaltungen. Er lobte die Jugendarbeit des Vereins, die sich positiv bei Meisterschaften auf allen schießsportlichen Ebenen auswirke. Schließlich sei der Verein nicht nur bei sportlichen, sondern auch bei gesellschaftlichen Ereignissen mit von der Partie und bringe seine Arbeit im Schützengau ein.

Kurz das Grußwort von Franz Semmler, Schützenmeister des Patenvereins „Bachschützen“: „Für uns ist es eine große Ehre, dass wir Paten für die Grubentauber sein dürfen – und darum wünschen wir dem Fest einen vollen Erfolg.“ Dass dieser Wunsch Wirklichkeit wurde, war nicht zuletzt der Kapelle des Trachtenvereins zu verdanken, die beide Festtage musikalisch umrahmte.

Herzlich gehalten waren die Grußworte von Vorsitzenden Benedikt Grabmeier der Stockschützen Benediktbeuren, mit denen die Grubentauber seit 1994 freundschaftliche Bande verbinden. „Es ist eine gute und ehrliche Freundschaft und unvergessen ist und bleibt Sepp Sommerstorfer“, erklärte er. „Wir freuen uns, dass wir ein ganz kleiner Teil der 100-jährigen Geschichte der Grubentauber sein dürfen.“

Schützenmeister Franz Pfeffereder, Bürgermeister Georg Riedl und Gauschützenmeister Heinrich Aigner konnten mehrere Mitglieder der Grubentauber auszeichnen. „In Anerkennung der geleisteten Dienste“ wurden Josef Baumgartner, Josef Högl und Emil Spinn zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Das von Herzog Franz von Bayern gestiftete und vom Bayerischen Sportschützenverband (BSB) verliehene Protektorabzeichen ging an Richard Edmaier, Stefan Hackner, Johann Stadler sen. und Konrad Stöbig.

Für 25 Jahre Mitgliedschaft im BSB erhielten Dr. Josef Bayer und Franz Schamböck ebenso eine Urkunde wie Gottfried Mack, der bereits auf 50 Jahre Mitgliedschaft zurückblicken kann.

Mit der Silbernen Ehrennadel der niederbayerischen Schützen wurde Schützenmeister Franz Pfeffereder vom Gauschützenchef ausgezeichnet, der auch die Verdienstnadel des BSB an Markus Reiter und Christian Schönhuber überreichte.

Verschiedene Ehrungen gab es beim 100-jährigen Gründungsfest der Grubentauber Schützen. Emil Spinn und Josef Högl (ab 2. von links) sind nun Ehrenmitglieder, das Protektorabzeichen ging an Stefan Hackner, Konrad Stöbig, Richard Edmaier und Johann Stadler sen., die Verdienstnadel des Bayerische Sportschützenbundes (BSB) erhielten Christian Schönhuber und Markus Reiter. Gottfried Mack (3. von rechts) gehört dem BSB seit 50 Jahren an. Ihnen allen gratulierten Gauschützenmeister Heinrich Aigner (links), Bürgermeister Georg Riedl (rechts) und Schützenmeister Franz Pfeffereder (2. von rechts), der mit der Silbernen Ehrennadel des Gauschützenbezirks Niederbayern ausgezeichnet wurde.